Mit ‘zensur’ getaggte Artikel

Wie Kinder missbraucht werden…

Freitag, 22. Mai 2009

…für den diesjährigen Wahlkampf und die Interessen von großen Industrieverbänden – das und mehr wird mit Fakten und ohne große Effekthascherei in diesem gut recherchierten Beitrag vom NDR erläutert:

An dieser Stelle möchte ich vor allem Christian Bahls von MOGIS (MissbrauchsOpfer Gegen InternetSperren) meinen größten Respekt aussprechen. Ich kann mir nicht mal ansatzweise vorstellen, welchen Mut man aufbringen muss, um in seiner Situation bei diesem Thema an die Öffentlichkeit zu treten. Er tut es und leistet somit einen unglaublich wichtigen Beitrag zur Diskussion. Einfach nur vielen, vielen Dank Christian.

ZAPP: Heftige Proteste gegen Sperrungen im Internet [netzpolitik.org] (via nerdcore)

Deutschland: Wir sind Terrorist

Dienstag, 19. Mai 2009

Papst war gestern, man muss ja mit der Zeit gehen:

Wie René schon auf Spreeblick schreibt, ist der Inhalt des Video etwas mit Vorsicht zu genießen, doch ich denke es zeigt ganz gut, wohin der momentane Überwachungswahn führen könnte.

Petition: Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten

Montag, 04. Mai 2009

Ich habe das heute zwar schon getwittert, aber je mehr Menschen von dieser Petition zum Thema Internetzensur erfahren, desto besser:

Text der Petition

Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt. Wir halten das geplante Vorgehen, Internetseiten vom BKA indizieren & von den Providern sperren zu lassen, für undurchsichtig & unkontrollierbar, da die “Sperrlisten” weder einsehbar sind noch genau festgelegt ist, nach welchen Kriterien Webseiten auf die Liste gesetzt werden. Wir sehen darin eine Gefährdung des Grundrechtes auf Informationsfreiheit.

Begründung

Das vornehmliche Ziel – Kinder zu schützen und sowohl ihren Mißbrauch, als auch die Verbreitung von Kinderpornografie, zu verhindern stellen wir dabei absolut nicht in Frage – im Gegenteil, es ist in unser aller Interesse. Dass die im Vorhaben vorgesehenen Maßnahmen dafür denkbar ungeeignet sind, wurde an vielen Stellen offengelegt und von Experten aus den unterschiedlichsten Bereichen mehrfach bestätigt. Eine Sperrung von Internetseiten hat so gut wie keinen nachweisbaren Einfluß auf die körperliche und seelische Unversehrtheit mißbrauchter Kinder.

Knapp 8.000 Leute haben bereits unterzeichnet. Fehlt Deine Stimme noch? Dann hier online unterzeichnen:

Petition: Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten vom 22.04.2009

Zur Demokratur? Bitte hier entlang…

Mittwoch, 22. April 2009

Ich kann gerade gar nicht inWorte fassen, wie wütend mich das Lesen dieser Zeilen hier macht:

Der Entwurf sehe daher vor, dass es für die Strafverfolger möglich sei, “in Echtzeit” direkt beim Provider auf die IP-Adressen der “Nutzer” des virtuellen Warnschilds zuzugreifen. Eine Strafbarkeit liege schon in dem Moment vor, wenn nicht nachgewiesen werden könne, dass es sich um ein Versehen oder eine automatische Weiterleitung gehandelt habe.

Bundeskabinett beschließt Gesetzesentwurf zu Kinderporno-Sperren auf heise.de

Das ist nicht mehr nur blanke Inkompetenz gepaart mit Ahnungslosigkeit – das ist einfach nur ein vorsätzlicher und boshafter Verstoß gegen bestehende Grundrechte! Ich weiß zwar nicht, wohin das führen soll, aber die Richtung gefällt mir ganz und gar nicht.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch auf einen Artikel von Malte verweisen:
Warum ich beim Verfassungsschutz arbeite

Fünf Argumente gegen Internetsperren

Sonntag, 19. April 2009

Gerrit hat einmal fünf stichhaltige Argumente gesammelt, die nahe legen, dass die kürzlich beschlossenen Internetsperren eine schlechte Idee sind. Diese beiden Punkte finde ich persönlich am wichtigsten:

3. Das Internet ist auch jetzt schon kein rechtsfreier Raum

Natürlich ist es schon jetzt möglich, in Zusammenarbeit mit den Hosting-Providern verbotene Inhalte aus dem Web zu tilgen und die Verbreiter zu bestrafen. Das ist auch gut so! Wenn die Server im Ausland stehen, muss man eben den bürokratischen Aufwand betreiben, mit diesen Ländern zu kommunizieren. Ganz normale internationale Polizeiarbeit, die getan werden muss und die in keinerlei Zusammenhang mit den DNS-Sperren für Laien steht. Aber sie kostet natürlich Geld.

5. Infrastruktur für Sperren begünstigt »echte« Zensur

Man sieht es beispielsweise bei der LKW-Maut und der Vorratsdatenspeicherung: Sobald eine Datenkontrolle oder speicherung für einen bestimmten Bereich eingerichtet ist, weckt dies Begehrlichkeiten bei anderen Interessensvertretern, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die Musik- und Filmindustrie die Web-Zensurliste mitgestalten möchte. Und natürlich auch der Zugang zu unbequemen politischen Inhalten ließe sich erschweren (wenn auch nicht verhindern, siehe 4).

Fünf Argumente gegen die Webzensur auf praegnanz.de

Konzept der Internetsperre macht Schule

Freitag, 17. April 2009

Es wurde bereits der erste Gesetzesvorschlag veröffentlicht, der sich am zukunftsweisenden Konzept der von-der-Leyschen Internetsperren orientiert:

Gesetzesvorschlag Brandstiftung

Unter dem Eindruck der letzten Stunden/Tage/Wochen denke ich, Deutschland braucht endlich ein schlagkräftiges Gesetz gegen Brandstiftung. Daher schlage ich folgende Punkte vor:

Genial, oder?

(Parallelen zu aktuellem Tagesgeschehen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.)

(Idee und Sarkasmus von bertdesign.de)

Wird bestimmt ein Bombenerfolg, wenn das erstmal durchgesetzt ist!

Heute ist ein Scheißtag!

Freitag, 17. April 2009

Und das hat mindestens zwei Gründe:

Das BKA zensiert nun das Internet, nach Lust und Laune

The Pirate Bay wurde in erster Instanz schuldig gesprochen

Und als ob das noch nicht genug wäre, hat heute eine Freundin von mir Post vom Anwalt bekommen. Sie hätte angeblich ein Hörbuch illegal zum Download angeboten und soll nun eine Unterlassungserklärung unterzeichnen, ach ja und ein paar Euros werden da natürlich auch fällig. Anwälte müssen ja auch von was leben.

Ich schließe mal mit Fefe’s Worten: “Man kann gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte.”

Thema Internetsperrlisten: Ein Missbrauchsopfer kommt zu Wort

Donnerstag, 16. April 2009

zensursula2Morgen früh möchte ja Ursula von der Leyen – die mittlerweile mit dem Spitznamen “Zensursula” bedacht wurde – mit mehreren großen deutschen Telekommunikationsanbietern einen Vertrag unterzeichnen, mit dem sich letztgenannte zur freiwilligen Sperrung von Internetseiten verpflichten. Das alles ohne rechtliche Grundlage.

“ZEIT ONLINE” lässt nun in einem sehr interessantem Interview ein Missbrauchsopfer zu Wort kommen:

… die Regierung will nur die Verbreitung der “Dokumentation des Missbrauchs” einschränken, nicht den Missbrauch selbst. Sie können natürlich vor das Bild ein Laken hängen, das Bild aber hängt dann noch immer dort. Die Inhalte werden weiter verbreitet. Statt nur Listen auszutauschen, könnte man doch mit vereinten Kräften daran arbeiten, diese Inhalte dauerhaft aus dem Netz zu entfernen. Denn bisher geht es nur um diese Sperrlisten, nicht um Ermittlungsverfahren.

Das BKA ist noch dazu beim Aufhängen dieses Lakens Ankläger, Ermittler und Richter in einer Person. Wo bleibt da die Gewaltenteilung, wenn kein Gericht eingeschaltet wird? Wo bleibt die grundgesetzliche Rechtsweggarantie? Die wird damit ausgehebelt. Es wird eine schleichende Internetzensur aufgebaut, keine Strafverfolgung. Das alles ist nur möglich, weil das Tabu Kinderpornografie instrumentalisiert wird: Das ist so böse, da darf man gar nicht offen drüber diskutieren. Das ist das gleiche Muster wie in den Familien, in deren Umfeld Missbrauch geschieht.

“Missbrauchsopfer kämpfen gegen Netzsperren” bei ZEIT ONLINE

Tatsächlich Betroffene mal zu Wort kommen zu lassen sollte meiner Meinung nach viel häufiger gemacht werden – aber die Idee ist wahrscheinlich zu verrückt für Frau von der Leyen. Viel einfacher ist es da doch, das Schreckgespenst Kinderpornografie so richtig schön auszuschmücken, anstatt effektiv etwas dagegen zu unternehmen.

Ich bin sehr auf das morgige Ergebnis gespannt – kommt man doch noch zur Vernunft, oder wird wieder ein Stück Rechtsstaat demontiert?

Thema Internetzensur: Hausdurchsuchung bei Wikileaks.de

Mittwoch, 25. März 2009

Was momentan in Deutschland so abgeht bzgl. Internetzensur kotzt mich ja schon länger an, aber das hier ist mal wieder ein Höhepunkt:

Hausdurchsuchung bei WikiLeaks.de Domaininhaber

Grund dafür war wohl die Veröffentlichtung von ausländischen Internet Sperrlisten Zensurlisten. Auf diesen Listen befanden sich tatsächlich auch Links zu pornographischen Seiten. Der Punkt ist aber, das sich darauf auch Unmengen an Links zu nicht-pornographischen Seiten befanden.

Sven schreibt dazu:

Interessanter Punkt ist auch, das man sich mal angesehen hat, welche Webseiten unsere Nachbarländer so sperren, und in welchen Ländern diese Webseiten so beheimatet sind. Überraschung! Ganz vorne mit dabei sind Deutschland, die Niederlande und die USA. Und da will man uns jetzt verkaufen das man nicht dagegen vorgehen kann? Im eigenen Land nicht? Dann lieber bei Leuten Hausdurchsuchungen machen die sich mit den Machenschaften unserer Politiker zu sehr auseinandersetzen.

Wie auch immer die Hintergründe im speziellen sein mögen, Fefe stellt die einzig richtige Frage in diesem Zusammenhang:

Warum können die eigentlich eine Hausdurchsuchung beim Besitzer von wikileaks.de machen, aber nicht bei den Betreibern der Kinderpornoserver?!

Ich bin auf jeden Fall mal schwer gespannt, was bei der heutigen Kabinettssitzung bzgl der Internet-Sperrlisten heraus kommt. Ich ahne nichts Gutes.

Internetzensur: China vs. Deutschland

Freitag, 08. August 2008

In jedem Land der Welt, auch in der Bundesrepublik Deutschland, werden ausländische Internetseiten gesperrt. Jede Regierung glaubt, ihre Untertanen vor Inhalten, die ihr nicht genehm sind, schützen zu müssen, mal mehr, mal weniger. Demokratien foltern, wie die USA, genauso wie Diktaturen, aber nicht so oft. Demokratien zensieren das Internet, wie Deutschland, genauso wie Diktaturen, aber nicht so oft.

Sehr lesenswerter Artikel über Internetzensur in Deutschland und China:
Die Kunst des Zensur-Vergleichs [telepolis]