Nur warum muss ich dabei nur an tote Pferde denken?
Danke an René für’s auf den Punkt bringen.
Da sitze ich gestern so in Brüssel im Hotelzimmer und wollte mir noch ein Bier genehmigen… Mist! Wo ist der verdammte Geldbeutel?! Nachdem ich erstmal das komplette Hotelzimmer rockstarstyle auf den Kopf gestellt hatte, dämmerte es mir so langsam: Das verdammte Ding muss ich wohl irgendwie im Taxi verloren haben. Fuck! Aber an sich nicht ganz so tragisch, außer Führerschein, Kreditkarten, Personalausweis und 20€ war da ja eh nichts wichtiges drin. :/
“Gut, dann also kein Bier mehr heute. Auch schön”, dachte ich mir und packte mich ins Bett. Ein paar Stunden später, so um kurz nach 2, klopfte es an der Tür. Ich öffnete der Rezeptzionistin, die mir erklärte, ein Taxifahrer wäre hier, der hätte was für mich. Und tatsächlich, der gute Mann war angeblich noch einmal die kompletten 10km vom Hauptbahnhof zum Hotel gefahren, um mir mein Portemonnaie zurück zu bringen. Wäre auch noch alles drin, sagte er. Das stimmte leider nicht ganz, denn er sah doch recht durchsucht aus, der Geldbeutel, und die 20€ waren auch verschwunden. Für seine gute Tat verlangte der Taxifahrer auch nichts mehr wie meinen Dank 25€ für die Fahrt. Da musste ich natürlich passen, weil… siehe oben. Freundlicherweise konnte mir aber die nette Frau Rezepztionistin mit Bargeld aushelfen und so nahm die ganze Sache dann doch noch ein halbwegs erfreuliches Ende.
Auf jeden Fall ein Dankeschön an den netten, wenn auch etwas kapitalistisch eingestellten, Taxifahrer.
Ich bin mir immer noch nicht sicher, was ich von dieser ganzen Finanzkrise halten soll. Von mir aus frisst der Kapitalismus eben seine eigenen Kinder, mir doch egal.
Auf jeden Fall gibt’s auf Sad Guys on Trading Floors einige Bilder von Menschen zu sehen, die die Krise wohl nicht so kalt lässt. Selbst vor armen Knautschpferden Knautschstieren wurde kein Halt gemacht!
Danke an Finja für’s Finden.
Der Berliner Photograf Julian Röder macht neben beeindruckenden Bildern von Aufständen und Protesten (siehe Beitrag bei rebel:art “Julian Röder: Schlachtengemälde) auch vermeintliche Schnappschüsse wie diesen hier:
Kann nur empfehlen sich auch mal durch den Rest von Julian Röder’s Photos zu klicken.
Sex and the City gibt mir ja mal so gar nix, aber wenn Malte bei Spreeblick darüber schreibt, dann kann man mal einen Blick in den Artikel werfen. Und spätestens wegen diesem Absatz hat es sich schon gelohnt:
Hauptfigur Carrie sagt zu ihrer schwarzen Perle (die so ist, wie Afroamerikaner zur Zeit in amerikanischen Filmen und Serien sind: laut, patent, ghettoklug, so als hätten sie sich gerade eine Banane aus dem Arsch gezogen, die ihnen vom Dreh des letzten Snoop-Dogg-Pornos noch im Arsch gesteckt hat und könnten doch schon wieder beschwerdefrei laufen) in einem der vier bis fünf großen Gefühlsimitatsmomente des Films: „Du hast mir den Spaß am Leben wiedergegeben.“ Die Perle antwortet: „Und du hast mir eine Louis-Vuitton geschenkt.“ Und sie sagt das nicht etwa in dem Sinne von: „Na toll. Und du Schlampe hast mir eine hässliche Tasche mit pinkem Boden geschenkt.“ Sondern im Sinne von: „Dann sind wir ja quitt. Denn was ist schon ein Leben, wenn man es ohne Louis-Vuitton-Tasche durchschreiten muss?“
Der produziert wirklich konstant hohe Qualität, der Malte.
Im Artikel “Workfare – Die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts – Bald auch bei uns” von fixmbr habe ich gerade in den Kommentaren folgendes Zitat gefunden:
Zunächst: was ist eigentlich Arbeit? Es gibt zweierlei Arten: einmal, Verlagern der Materie auf oder nahe der Erdoberfläche in bezug auf andere derartige Materien, zweitens, andere Leute anzuweisen, es zu tun. Arbeit der ersten Art ist unangenehm und schlecht bezahlt, der zweiten angenehm und hochbezahlt. Außerdem lässt sich die zweite Art unbegrenzt erweitern: es gibt nicht nur Leute, die befehlen, sondern auch welche, die Ratschläge geben, was zu befehlen sei. Gewöhnlich werden zwei gegensätzliche Arten von Ratschlägen von zwei organisierten Gruppen von Menschen gleichzeitig erteilt; das nennt man Politik. Die Befähigung für diese Art von Arbeit braucht nicht auf Kenntnis der Personen, denen der Rat erteilt wird, zu beruhen, vielmehr nur auf der Beherrschung der Kunst, durch Wort und Schrift zu überzeugen, das heißt, auf Beherrschung der Werbung und Propaganda.
aus Bertrand Russells “Lob des Müßiggangs”, 1957 (!), Russell war Philosoph und Mathematiker, lehrte in Cambridge, und erhielt 1950 den Literaturnobelpreis.
Das wollte ich an dieser Stelle einfach mal hervorheben, da es zeigt, dass wir auf dem Arbeitsmarkt nicht vor neuen Problemen stehen. Stattdessen scheint das nur ein weiterer Fall von history repeating zu sein, nur das unser Wirtschaftsminister Michael Glos die Lektion wohl nicht gelernt hat. Denn ähnliche Ideen hatten vor ihm auch schon Andere – Reichskanzler Heinrich Brüning im Jahre 1931 bspw.
Der Spiegelfechter schreibt dazu:
Brünings Politik versagte, und er machte Deutschland nicht zuletzt durch seine Arbeits- und Sozialpolitik reif für die Wahlerfolge der Nazis. Glos denkt natürlich, seine Partei könne damit Wählerstimmen bekommen, aber das dachte Zentrumspolitiker Brüning auch.
In der Hoffnung, dass sich der weitere Teil der Geschichte nicht auch wiederholt, sollte das bei der persönlichen Wahlentscheidung nächstes Jahr unbedingt berücksichtigt werden.
Hier nochmal die Artikel zum Thema:
Nachdem schon einige illustre Vertreter der Musikindustrie unsere Kanzlerin auf die wirklich wichtigen Probleme in Deutschland aufmerksam gemacht haben (hier nachzulesen), ist nun DAS INTERNET an der Reihe:
Ein offener Brief vom Internet zum Tag des Geistigen Eigentums (als PDF)
Der Brief enthält eine ordentliche Portion Sarkasmus incl. einem Spritzer Zynismus, aber trotzdem, oder wahrscheinlich gerade deswegen, kann ich mich dem Inhalt dieses Schriftstücks zu größten Teilen anschließen. Sollten wir in unserem Land keine schwerwiegenderen Probleme haben, als dass der Musikindustrie der ein oder andere Euro durch “böse Internetpiraten” abhanden kommt, dann ist doch alles in Ordnung. Luxusprobleme – Meckern auf höchstem Niveau sozusagen.
Wenn ich dann allerdings einen Bernd Neumann sehen muss, der allen Ernstes vorschlägt, Personen den Internetzugang zu sperren, die sie sich des unerlaubten “Herunterladens von Computern” schuldig gemacht haben, dann wird mir erstmal ein bisschen schlecht. Danach denke ich mir, entweder ist der Mensch gut geschmiert, oder er hat wirklich einfach nicht den blassesten Schimmer über was er da gerade redet.
Die von ihm vorgeschlagene Regelung wäre vergleichbar damit, einem kleinen Kaufhaus-Dieb, nach Beweis seiner Schuld, den Zutritt zu sämtlichen Kaufhäusern, Supermärkten und Kiosken zu verwehren, weltweit. Auf diese Idee würde doch niemand kommen, oder?!
Der Auftritt von Volker Pispers gestern Abend in Bad Hersfeld war nicht, wie angenommen, erstklassig. Nein, der war sogar “besser als erwartet”.
Politisches Kabarett in Höchstform mit einer ordentlichen Portion Gesellschafts-Kritik; Herr Pispers legt den Finger tief in Deutschlands Wunden. Und dabei macht er unsere Missstände so leicht begreifbar, dass es fast schon beängstigend ist. Habe selten soviel gelacht und wurde dabei gleichzeitig so oft zum Nachdenken gebracht wie gestern Abend.
Meine Empfehlung: Sollte Volker Pispers in der Nähe sein – unbedingt einen seiner Auftritte besuchen.
Hier noch ein kleiner Vorgeschmack in Form eines Videos, über ein Thema das gerade nach dem Debakel der West-LB wieder aktueller ist denn je: