Was ist eigentlich Arbeit?

Im Artikel “Workfare - Die Zwangsarbeit des 21. Jahrhunderts - Bald auch bei uns” von fixmbr habe ich gerade in den Kommentaren folgendes Zitat gefunden:

Zunächst: was ist eigentlich Arbeit? Es gibt zweierlei Arten: einmal, Verlagern der Materie auf oder nahe der Erdoberfläche in bezug auf andere derartige Materien, zweitens, andere Leute anzuweisen, es zu tun. Arbeit der ersten Art ist unangenehm und schlecht bezahlt, der zweiten angenehm und hochbezahlt. Außerdem lässt sich die zweite Art unbegrenzt erweitern: es gibt nicht nur Leute, die befehlen, sondern auch welche, die Ratschläge geben, was zu befehlen sei. Gewöhnlich werden zwei gegensätzliche Arten von Ratschlägen von zwei organisierten Gruppen von Menschen gleichzeitig erteilt; das nennt man Politik. Die Befähigung für diese Art von Arbeit braucht nicht auf Kenntnis der Personen, denen der Rat erteilt wird, zu beruhen, vielmehr nur auf der Beherrschung der Kunst, durch Wort und Schrift zu überzeugen, das heißt, auf Beherrschung der Werbung und Propaganda.

aus Bertrand Russells “Lob des Müßiggangs”, 1957 (!), Russell war Philosoph und Mathematiker, lehrte in Cambridge, und erhielt 1950 den Literaturnobelpreis.

Das wollte ich an dieser Stelle einfach mal hervorheben, da es zeigt, dass wir auf dem Arbeitsmarkt nicht vor neuen Problemen stehen. Stattdessen scheint das nur ein weiterer Fall von history repeating zu sein, nur das unser Wirtschaftsminister Michael Glos die Lektion wohl nicht gelernt hat. Denn ähnliche Ideen hatten vor ihm auch schon Andere - Reichskanzler Heinrich Brüning im Jahre 1931 bspw.
Der Spiegelfechter schreibt dazu:

Brünings Politik versagte, und er machte Deutschland nicht zuletzt durch seine Arbeits- und Sozialpolitik reif für die Wahlerfolge der Nazis. Glos denkt natürlich, seine Partei könne damit Wählerstimmen bekommen, aber das dachte Zentrumspolitiker Brüning auch.

In der Hoffnung, dass sich der weitere Teil der Geschichte nicht auch wiederholt, sollte das bei der persönlichen Wahlentscheidung nächstes Jahr unbedingt berücksichtigt werden.

Hier nochmal die Artikel zum Thema:

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