Ubuntu 8.04 - Hardy Heron - Hässliche Fonts in Firefox
Nachdem ich das neue Ubuntu jetzt schon seit einigen Tagen benutze kann ich mittlerweile sagen, dass ich ziemlich zufrieden damit bin. Schneller, stabiler und zugänglicher wie seine Vorgänger ist es. Eine Sache hat mich allerdings sehr gestört: Im Firefox (bzw. auch in einigen anderen Applikationen wie sich später herausstellte) sehen auf vielen Webseiten die Schriftarten ziemlich bescheiden aus. Hier mal ein Beispiel:
Wie man sieht ist besonders die Serifenschrift kaum lesbar.
In diversen Foren wird als Lösung für dieses Problem empfohlen die Windows Fonts (Arial, Times New Roman, etc.) zu installieren. Da ich diese allerdings nicht gerade vermisse (besonders Arial ist ziemlich unansehnlich), habe ich mich selber mal etwas umgeschaut und tatsächlich den eigentlichen Grund des Problems entdeckt:
Für die Anzeige von Webseiten, die auf die Windows Fonts zurückgreifen, verwendet der Browser die Systemstandard Schriftarten (sprich Serif, SansSerif). Ubuntu 8.04 verwendet dafür die Nimbus Schriftfamilie, dessen Darstellung im Browser eher suboptimal ist. Eine wesentlich bessere Wahl ist das Liberation Fontpaket von RedHat (standardmäßig schon verfügbar).
Um die Fonts auszutauschen, muss das Fontmapping verändert werden. Dafür müssen die folgenden Dateien angepasst werden:
- /etc/fonts/conf.d/30-metric-aliases.conf
- /etc/fonts/conf.d/30-urw-aliases.conf
Vorher sollte man erstmal eine Sicherungskopie anfertigen (man kann ja nie wissen):
sudo cp /etc/fonts/conf.d/30-metric-aliases.conf /etc/fonts/conf.d/30-metric-aliases.conf.bak sudo cp /etc/fonts/conf.d/30-urw-aliases.conf /etc/fonts/conf.d/30-urw-aliases.conf.bak
Nun mit den folgenden Kommandozeilen Befehlen die beiden angepassten Dateien herunterladen (ich war mal so frei und hab ein kleines Päckchen gepackt) und damit die Originale ersetzen:
cd /tmp wget http://blog.losfinkos.com/wp-content/uploads/2008/05/fontmappingtar.gz gunzip fontmappingtar.gz tar xvf fontmappingtar sudo cp 30-metric-aliases.conf.schick /etc/fonts/conf.d/30-metric-aliases.conf sudo cp 30-urw-aliases.conf.schick /etc/fonts/conf.d/30-urw-aliases.conf
Nachdem das geschehen ist, muss nur noch der X-Server neu gestartet werden (das geht am einfachsten mit der Tastenkombination “STRG+ALT+Backspace(Rücktaste)”) und nun sollte die Darstellung von Internetseiten wesentlich augenfreundlicher sein:
Ich hoffe ich kann mit dem Tipp dem Ein oder Anderen weiterhelfen, der vor ähnlichen Problemen steht. Bei Unklarheiten oder weiteren Fragen dbzgl.; einfach in die Kommentare damit.


8. Mai 2008 um 15:16 Uhr
danke für deine mühen, hat alles einwandfrei geklappt.
bei mir hatte es zwar keine ästhetischen sondern praktische gründe mit den schriftarten, aber trotzdem vielen dank.
12. Mai 2008 um 13:13 Uhr
hey danke,
hat wirklich perfekt geklappt!
hoffentlich bekommst du das auch wieder mit der mx510/518 in 8.04 hin…
18. Juni 2008 um 19:57 Uhr
[...] Hässliche Schriften im Ubuntu Firefox [...]
2. Juli 2008 um 18:43 Uhr
hy super !
war echt hilfreich und sieht jetzt toll aus
18. Juli 2008 um 09:15 Uhr
Klasse! Jetzt passt alles. Danke für den heißen Tipp!
Nut eine kleine Korrektur: Die genannten Dateien im Verzeichnis /etc/fonts/conf.d/ sind lediglich Symlinks - das Backup derselben ist also im Ernstfall nicht sehr hilfreich
Die “echten” Dateien befinden sich hingegen in /etc/fonts/conf.avail/ - diese sollten gesichert und dann ersetzt werden.
18. Juli 2008 um 10:04 Uhr
Freut mich wie immer, dass ich weiterhelfen konnte.
@Izzy:
Danke für den Hinweis. Werde ich mir nachher mal näher anschauen.
3. August 2008 um 00:01 Uhr
[...] Hier ist die Lösung. [...]
31. August 2008 um 02:07 Uhr
Klasse, hat mir sehr geholfen. War bisher mein größter und nervigster Kritikpunkt seit ich mit Ubuntu arbeite und bisher hatte ich trotz endlosen Foren Diskussionen noch keine wirklich gute Lösung dafür.
Hab noch ein bisschen an den Schriftartgrößen im Firefox rumgespielt und jetzt isses absolut akzeptabel für mich.
Irgendwie hätten da die Ubuntu Entwickler auch mitdenken können…das war in Gutsy schon ein Problem und das müssten die Entwickler ja sogar merken wenn es nicht gemeldet wird, sie arbeiten ja schließlich selber damit…